4. April 2009 Mexican Hat - Page

An diesem Morgen weckte mich Willy mit: “Aufstehen, Sonne, Blauer Himmel”. Da hielt mich natürlich nix mehr im Bett und schon war ich aus den Federn - nicht ohne Willy insgeheim Abbitte zu leisten…..er hatte tatsächlich recht gehabt. Wir hatten uns alle für 8.00 zum Frühstück verabredet und kurz vor 8 sassen wir an unserem Platz. Kurz darauf kam auch Thorsten und nach einigem Hin und Her beschlossen wir, das Reiten sein zu lassen und zum Coal Mine, bzw. Blue Canyon zu fahren. Den einen hatten wir letztes Jahr nur bei Regen gesehen und vom andern wussten wir damals noch nichts. Manni und Co. hatten ein wenig länger geschlafen und so klopften wir gegen neun vorsichtig an ihre Zimmertür. Sie waren grade dabei, sich fertigzumachen. Wir informierten sie über unsere geänderten Pläne – sorry noch mal, Geli – aber im nachhinein stellte sich sowieso heraus, dass wir uns richtig entschieden hatten.

Thorsten machte sich auf Richtung Moki Dugway und wir fuhren ins Monument Valley. Als wir Mexican Hat hinter uns gelassen hatten, änderte sich die Landschaft schlagartig: alles verschneit, die Landschaft war wunderschön. Nun habe ich “meine” Strasse auch noch mal mit Schnee - ich hab mich total darüber gefreut.

Eigentlich wollten wir noch mal den Loop fahren, aber wir ließen es dann doch sein. Ich wusste, auf der Strecke liegt das Navajo NM, das interessierte uns beide auch und somit stand unser nächstes Ziel schon fest.

Wir bezahlten im Visitor Center unseren Eintritt, informierten uns ein wenig und starteten zu dem kurzen Hike. Dort lag richtig schöner Schnee und die Sonne strahlte dazu, einfach herrlich. Wir machten wieder viele Fotos und machten uns dann nach einiger Zeit wieder auf den Rückweg.

Es ging weiter bis nach Kayenta, bis Willy plötzlich abbremste und rief: Achtung Pferde: eine ganze Herde Mustangs galoppierte vor unserem Auto über die Strasse. Ich sagte noch “Mist, immer wenn ich den Fotoapparat nicht griffbereit habe, passiert so was - den mache ich jetzt aber gleich an”. Kaum gesagt und getan machte Willy eine Vollbremsung, ein Nachzügler lief uns beinahe vors Auto. Gottseidank ist nichts passiert....

Wir tankten und fuhren weiter bis zu den Elefantenfüssen – man sieht, warum sie so heissen - und bogen dann links ab in eine Gravelroad. Nach einer ganzen Weile kamen wir zu einem sandigen Wash, in dem “parkte” mittendrin ein Auto und jemand lief uns entgegen. Hach, den kannten wir doch, den hatten wir zumindest schon am Delicate Arch gesehen. Wir fragten, was los sei und in schönsten Deutsch sagte, Mensch bin ich froh, dass hier einer vorbeikommt, ich hab mich schon auf eine Nacht im Auto eingestellt. Jetzt stand Steves - so heisst unsere neue Bekanntschaft – Auto jedoch in der verkehrten Fahrtrichtung. Dazu erklärte er uns, er wäre ja einmal so grade noch durchgekommen, hatte wohl aber dann Muffensausen bekommen, dass es noch schlimmer kommt und gleich umgedreht. Dabei ist er dann steckengeblieben. Willy fuhr ihm sein Auto ganz locker aus dem Wash.

Wir sagten ihm, dass wir zum Blue Canyon wollten und er fuhr dann mit uns (so hatte er den “Retter” gleich mit dabei…..) Unterwegs hatte ich noch Manni angemalt, wo sie grade wären, den ich wusste, sie wollten auch zum Blue Canyon. Wir hatten versehentlich morgens unseren Zimmerschlüssel nicht abgegeben und da Manni noch eine Nacht mehr dort hatte, wollten wir ihm den Schlüssel mitgeben. Wir waren grade 10 Minuten am Blue Canyon, da kamen die 3 auch schon angelaufen. Wir machten jede Menge Bilder und fuhren dann in die andere Richtung raus, da wir alle noch zum Coal Mine Canyon wollten.

Ich wusste noch ungefähr vom letzten Jahr, wie wir fahren mussten, als wir aber an den Abzeig kamen, meinte Steve (der Gerettete), den wir fortan nur noch Stevie Wonder nannten, er hätte andere GPS-Daten. OK, vielleicht sind wir ja doch falsch und so fuhren wir noch 6 Meilen weiter (wären wir bloss meinen Abzweig gefahren…..) Steve bog dann auch rechts ab und dann fuhren wir Meile um Meile und nach jeder Kurve hofften, wir, der Canyon würde endlich auftauchen. Nach einer halben Stunde war ich soweit, dass ich sagte: Das muss jetzt aber DER HAMMERAUSBLICK werden, sonst bin ich echt stinkig. :cursing: Willy hatte mittlerweile auch die Nase voll und so hielten wir nach diesen netten Weggefährten an:

Stevie Wonder war schon so weit weg, der hat das gar nicht mitbekommen. Wir sprachen kurz mit Manni und beschlossen, dass wir wieder zurückfahren. Kurze Zeit später kam auch Stevie Wonder wieder zurück - er wollte alleine auch nicht mehr weiterfahren - es war ihm hier auch nicht so ganz geheuer. Wir zogen ihn liebevoll auf so a la “gut dass du mit uns kommst, nicht dass wir in 10 Jahren deine Gebeine da unten finden” und ähnliche nette Dinge…. Auf meine Frage, woher er denn die GPS-Daten habe, sagte er “von einem Freak”. OK - danke, aber ohne uns. :patsch: 

Hier gibts ein kleines Filmchen dazu - Lautsprecher einschalten.....und geniessen!

 

Irrweg zum Coalmine-Canyon....

Steve wusste leider  auch gar nicht so genau, wo genau wir da herausgekommen wären und fuhr dann lieber wieder mit zurück zur ersten Abzweigung. Es dauerte keine 10 Minuten und wir waren am Canyonrand…….

Dort konnten wir noch einige schöne Fotos machen, bevor wir uns trennten. Stevie Wonder und wir hatten als Ziel Page und Manni und Co. kehrten zurück nach Mexican Hat.
Stevie, falls du hier zufällig mitliest – schöne Grüsse nach Berlin... :thumbsup:

Nach gut 2 Stunden kamen wir in Page an, checkten ein, riefen kurz Thorsten an und erfuhren, dass er das Zimmer direkt neben uns hat. Abends fuhren wir gemeinsam zu Dennys und schmiedeten schon Pläne für den nächsten Tag.

Gefahrene Meilen: 169
Unterkunft: Courtyard by Marriott Danke, Thorsten, für den guten Tipp! Super Hotel und mega günstig :thumbup:
Verpflegung: Denny's