12. August 2012

Hello Helen ;)

Portland - Longview

 

Erwartungsgemäss kommen wir heute nicht so leicht aus den Federn, gestern ist es doch etwas später geworden. Trotzdem sind wir gegen 9.30 am Eingang des Mt. St. Helens National Volcanic Monuments.

 

Wir haben zuhause lange überlegt, ob wir den Park von der Ost- oder der Westseite anfahren sollen. Im Westen ist ein deutlich schöneres und grösseres Visitorcenter ansässig und man hat einen direkten Blick in den Krater. Von Osten zur Windy Ridge kann man direkt durch die Blast-Zone fahren, man sieht den Spirit-Lake, allerdings soll das Visitor-Center eher unscheinbar sein.

 

Wir haben uns dann recht schnell für den Besuch der Ostseite entschieden und haben es nicht bereut, obwohl wir unseren Übernachtungsort für diese Seite eher ungünstig gewählt haben, da wir eine andere Strecke als geplant zurückgefahren sind.

 

Immer wieder sehen wir wunderschöne Blumenwiesen.

 

Der Mt. St. Helens ist ein aktiver Vulkan mit einer Höhe von 2549 m. Er gehört zur Kaskadenkette, die einen Teil des pazifischen Feuerrings darstellt. Am 18. Mai 1980 gab es einen grossen Ausbruch, der grosse Teile seiner Umgebung verwüstete. Vor dem Ausbruch war der Mt. St. Helens 2950 m hoch.

 

Bei dem Ausbruch war ein Gebiet von ca. 500 qkm betroffen, 57 Menschen mussten dabei ihr Leben lassen. Die Aschewolke war bis in einer Höhe von 18 km zu sehen. Die vulkanische Aktivität dauerte noch 6 Jahre an, während dieser Zeit fanden noch viele kleine Explosionen statt. In dieser Zeit entstand auch der neue Lava-Dom.

 

2004 wurde der Vulkan wieder aktiv, zuerst mit ca. 200 kleinen Erdbeben. Am 26. September wurde der Berg daraufhin für Wanderer und Bergsteiger gesperrt, die Strasse und das Visitorcenter blieben hingegen offen. Am 1.10.2004 ereignete sich wieder ein kleiner Ausbruch. Sogar im 60 km entfernten Vancouver/WA wurden Strassen und Autos von einer feinen Ascheschicht überzogen. Im März 2005 fand erneut eine Eruption statt, die Rauchsäule war sogar in Seattle zu sehen.

 

Durch die weiterhin abnehmende Aktivitat des Vulkans entstand ein neuer Gletscher.

 

Immer wieder können wir auf der Fahrt einen Blick auf den Krater erhaschen und wir halten auch an diversen Viewpoints, wo wir auch immer wieder nette Blümchen sehen.

 

 

Ein markanter Viewpoint ist der Miners Car Viewpoint. Hier kann man ein Autowrack sehen, das durch den Ausbruch am 18. Mai zerstört wurde. Die Besitzer – Mr. Und Mrs. Parker und ihr Neffe wanderten am 15. Mai zu einer Cabin, ca. 15. km vom Vulkan entfernt. Sie überlebten nicht. Das Auto steht zum Gedenken an alle 57 Personen, die bei dem Ausbruch ums Leben kamen und für die Unberechenbarkeit von Vulkanen.

 

Nächster Halt ist am Donnybrook Viewpoint, wo wir einen ersten Blick auf den Spirit Lake mit den Baumstämmen werfen können.

 

 

Dann erreichen wir den letzten Haltepunkt Windy Ridge. Auch von hier hat man einen sensationellen Blick auf den Krater und den Spirit Lake. Um den See zu sehen, muss man allerdings erst einmal 430 Stufen nach oben, der Blick entschädigt allerdings für die Anstrengung. Wir verbringen hier eine ganze Weile, können uns gar nicht losreissen.

 

 

Auf der Rückfahrt halten wir noch mehrmals an, die Auswirkungen des Ausbruchs sind überall noch immer deutlich zu sehen, obwohl die Natur sich überall zurückgemeldet hat.

 

Wir fahren nach Randle, auf dem Weg dorthin fällt uns ein Baum ganz besonders auf:

 

Wir fahren über den I5 zu unserem heutigen Übernachtungsort Longview. Hier erleben wir auch den ersten Übernachtungsflop dieser Reise. Der Inder ist absolut unhöflich, keine Ahnung bei was wir ihn gestört haben. Nur widerwillig kramt er die Schlüssel für unser Zimmer hervor, das Passwort fürs Wifi will er erst auch nicht rausrücken. Das Zimmer hat schon deutlich bessere Zeiten gesehen, da hab ich bei der Motelwahl gründlich danebengegriffen.

 

Da es so heiß ist, hätten wir uns gerne noch am Pool abgekühlt und fragen, wo dieser sich befindet, wir sehen ihn nirgends und so gross ist das Hotel ja nicht. Der Besitzer sagt uns „Ihr Auto parkt darauf“. Auf unsere erstaunten Gesichter hin erzählt er uns, dass er den Pool zubetoniert hat, weil ihm die Kosten für verschiedene Vorschriften zu hoch gewesen seien. Na toll, passt aber zum Gesamtbild des Motels.

 

Wir fahren noch zum nahegelegenen Walmart, auf der Fahrt dorthin denken wir mehr als einmal „wo sind wir hier bloss gelandet“....

 

Zu essen finden wir hier auch nichts gescheites, viele Lokale sind geschlossen. Wir essen dann nur einen Kleinigkeit im Güldenen M direkt neben dem Motel und gehen früh schlafen, wir fühlen uns einfach nicht wohl hier. Unsere Zimmertüre lässt sich nicht verschliessen und der Lärm von der Strasse kommt ungefiltert herein. Was für eine Bruchbude.

 

gefahrene Meilen: 217

Wetter: sonnig und warm

Hotel: Town House Motel

Highlight des Tages: gibt keines, alles war toll (ausser dem Motel ;) )

Karte:

nach oben                                                                            weiter