6. August 2012

A dream comes blue

Roseburg - Crater Lake - Crescent

 

Wir kommen deutlich später weg als gedacht, denn wir sind nochmals bei der Verwandschaft, um uns zu verabschieden. Gegen 12.00 machen wir uns dann schweren Herzens auf den Weg, denn die 3 Tage in Roseburg waren wunderschön und wir hatten sehr viel Spass miteinander.

 

Wir nehmen die OR138, die uns durch eine sehr europäisch anmutende Landschaft entlang des Umpqua River führt. Leider ist eine ziemlich lange Baustelle, bei der wir nur mit einem follw-me-car vorankommen, die Baustelle ist 22 Meilen lang und leider liegen die Tokeetee Falls genau mittendrin. Das bedeutet, dass wir eine elend lange Wartezeit hätten, bis wir von den Falls wieder auf die Strasse zurückkönnen. Deshalb verzichten wir bedauernd darauf. Auch auf den Besuch des Diamond Lake verzichten wir, wir sind einfach zu spät dran.

 

 

Einen Teil der Strecke bin ich gefahren, irgendwann merke ich beim beschleunigen, dass etwas nicht stimmt. Ich frage Willy, ob ich eigentlich in „D“ richtig bin, irgendwas stimmt mit dem Auto nicht. Logisch bin ich mit D in der richtigen Einstellung, wir tauschen die Plätze, damit Willy sich das selbst ansehen kann. Und tatsächlich, ab dem 4. Gang schaltet das Auto nicht mehr hoch. Wir überlegen gleich, wo man das Auto tauschen kann, denn so kann man eigentlich nicht fahren. Der Captiva hat aber am Ganghebel selbst noch eine manuelle Schaltung mit einem plus/mins-Knopf. Damit lassen sich alle Gänge wunderbar schalten und wir denken über einen Autotausch nicht mehr nach, sondern freuen uns wie Kinder auf den Crater Lake.

 

Früher war an der Stelle des heutigen Crater Lakes der 3600m hohe Mt. Mazama, der zu den Vulkanen des Kaskadengebirges gehörte. Nach mehreren Ausbrüchen stürzte der Vulkan ein und der Krater des Crater Lake entstand. Dessen höchster Punkt liegt heute auf 2500 m, der See selbst ist ca. 590 m tief.

 

Gegen 14.00 Uhr erreichen wir den Eingang des Crater Lake Nationalparks. Dieser See ist wirklich so blau, wie er auf allen Fotos dargestellt wird, die Natur braucht kein photoshop. Wir können uns gar nicht sattsehen und fahren jeden einzelnen Viewpoint an.

Watchman Overlook mit Wizard Island
Watchman Overlook mit Wizard Island

 

Von hier aus hat man einen super Ausblick auf den Kraterrand des 27 m tiefen Vulkankraters von Wizard Island. Das ist quasi ein Vulkan im Vulkan und seit seinem Ausbruch eine Insel im Crater Lake.

 

 

Wir kommen am Rim Village vorbei, dort suchen wir erstmal die Restrooms auf und stöbern ein wenig im Gift Shop. Der obligatorische Pin wird natürlich gekauft und ebenso die ersten Postkarten.

 

 

Der nächste Halt ist am Phantom Ship Overlook - leider mit Gegenlicht.  Obwohl das Phantom Ship so klein aussieht, erreicht es immerhin eine Länge von ca. 500 feet, an der breitesten Stelle misst es 200 feet und es ist insgesamt 170 feet hoch.

 

 

Wenn man den Crater Lake zur Hälfte umrundet hat, geht es rechts in die Pinnacle Road ab. Am Parkplatz beginnt ein Trail, den laufen wir auch fast bis zum Ende. Wir sind allerdings auch hier schon etwas zu spät dran, einige der Pinnacles liegen schon im Schatten, nichtsdestotrotz sind sie wunderschön anzusehen.

 

Langsam sinkt die Sonne tiefer und es ist tolles Licht auf dem Crater Lake, wir bleiben immer wieder stehen und geniessen die eigenartige Lichtstimmung – es ist einfach traumhaft

Nächster Halt ist am Pumice Castle

 

Während der Bims stehen blieb, verwitterte das ihn umgebende Material mit der Zeit. Da ist quasi eine Bimsburg zurückgeblieben....daher der Name :)

 

Cloudcap Overlook
Cloudcap Overlook
Palisade Point
Palisade Point

 

Der Palisade Point bietet einen tollen Blick auf das Pumice Castle – im Licht der langsam untergehende Sonne eine traumhaft schöne Aussicht.

 

Wir passieren noch den Cleetwood Cove Trail, diesen muss man runter laufen, wenn man eine Fahrt mit einem der Boote gebucht hat. Mit mehr Zeit hätten wir gefragt, ob man auch ohne gebuchte Bootstour runterlaufen darf. Die Bootstouren waren übrigens ein halbes Jahr vor unserem Aufenthalt schon ausgebucht.

 

 

Da in der Crater Lake Lodge sowie im Mazama Village auch schon lange alles ausgebucht war und mich die Unterkünfte am Diamond Lake nicht so sehr angesprochen haben, müssen wir nun noch eine Weile bis Crescent fahren. Dort werden wir in der Woodsman Country Lodge nächtigen. Zum Abendessen holen wir uns noch frischen Toast, heute gibt’s nur Sandwiches zum Abendessen, keiner von uns hat noch Lust, essen zu gehen. Der Mini Mart sieht ja schon mal „vielversprechend“ aus und dementsprechend ist auch der Preis für das Brot....

 

Es wird immer dunkler und das Fahren wird langsam aber sicher anstrengend, immer wieder sieht man Deers am Strassenrand stehen und wir hoffen, dass uns keines vors Auto rennt.

 

Leider können wir den Kontakt mit einem kleinen Viech nicht verhindern, trotz Vollbremsung merken wir, das wir über etwas drübergefahren sind. Im Seitenspiegel sehe ich das Tier aber weiter Richtung Gras laufen, aber ein klein wenig haben wir es erwischt, wir schätzen, wir sind ihm über den Schwanz gefahren. Das tat uns ehrlich leid, aber wir hatten gar keine Chance zum ausweichen. Von da an ist Willy noch vorsichtiger gefahren, aber zum Glück sind wir ohne weitere Begegnungen gegen 21.00 am Motel angekommen. Wir sind total platt, nach einer schnellen Dusche gibt es  für jeden ein Sandwich und ein eisgekühltes Bier, dann ist Heia angesagt.

 

Falls dort jemand einmal übernachten will, die Woodsman Country Lodge kann ich uneingeschränkt empfehlen, supersauber und total liebevoll, wenn auch etwas überladen, eingerichtet. Nebenan kann man in Fussweite zum essen gehen, und zwar in die Mohawk Lounge und Restaurant, die Rezensionen klingen sehr gut, wir haben es aber nicht ausprobiert, wir waren einfach zu müde zum weggehen.

 

 

gefahrene Meilen: 218

Wetter: sonnig und warm

Motel: Woodsman Country Lodge – eine klare Note 1

Highlight des Tages: Crater Lake

Karte:

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