Von Blanding über den La Sal Mountain Loop bis Vernal
Die grosse Schleife nach Vernal – Berge, Geisterstädte und eine Brücke mit Geschichte
Am nächsten Morgen hieß es Koffer packen in Blanding. Unser Weg führte uns zunächst Richtung Norden nach Moab, dem Epizentrum der roten Steine. Doch statt der klassischen Nationalparks suchten wir uns heute eine landschaftliche Kontrast-Schleife der Extraklasse aus:
den La Sal Mountain Loop.
Diese Panoramastraße ist ein absoluter Traum. Man verlässt die rote Wüste und schraubt sich im Auto hinauf in alpine Höhen. Plötzlich ist man umgeben von dichten Espen- und Nadelwäldern und
blickt auf die oft schneebedeckten Gipfel der La Sal Mountains – während sich tief unten im Tal die roten Felsen erstrecken. Eine Wahnsinns-Kulisse! Am Ende des Loops spuckte uns die Straße
direkt am malerischen Highway 128 aus, der sich eng an den Colorado River schmiegt.
Wir starteten nicht direkt am Highwy auf den Loop, sondern nahmen den kleinen, aber tollen Umweg über die Sand Flats Road. Normalerweise muss man dort am Rangerhäuschen eine Gebühr bezahlen,
da wir aber sagten, dass wir nur bis zum La Sal Mountain Loop durchfahren wollen, durften wir ohne Bezahlung durchfahren.
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La Sal Mountain Loop
Die Dewey Bridge: Ein historisches Denkmal
INFO
Die Dewey Bridge wurde 1916 erbaut und war damals eine technische Meisterleistung. Als längste Hängebrücke Utahs war sie jahrzehntelang die Lebensader für den Transport von Vieh und Vorräten über
den unberechenbaren Colorado River. 2008 passierte jedoch eine Tragödie: Ein unachtsames Kind verursachte beim Spielen mit dem Feuer auf einem nahegelegenen Campingplatz einen Brand. Die
historische Holzkonstruktion der Brücke brannte fast vollständig ab. Heute stehen nur noch die eisernen Tragbalken und Pfeiler als stumme, aber extrem fotogene Zeugen der Vergangenheit am
Flussufer.
Cisco: Die schaurig-schöne Geisterstadt
Nur ein Stück weiter die Straße hinauf tauchten wir ein in pure Postapokalypse: Cisco.
INFO
Cisco entstand in den 1880er-Jahren als wichtige Wasserstation für Dampflokomotiven der Denver and Rio Grande Western Railroad. Später, als hier Öl und Gas entdeckt wurden, boomte der Ort
kurzzeitig. Doch mit dem Ende der Dampfloks und vor allem durch den Bau der Interstate 70, die kilometerweit an Cisco vorbeiführte, starb das Städtchen rasant aus. Heute ist Cisco eine der
bekanntesten, skurrilsten Geisterstädte Utahs. Verfallene Holzhütten, rostige Autowracks und verlassene Tankstellen stehen in der Wüste. Berühmt wurde der Ort auch als Filmkulisse, unter
anderem für Thelma & Louise oder Vanishing Point.
Nach diesem faszinierenden Ritt durch die amerikanische Geschichte und Geographie traten wir die Weiterfahrt an. Unser Tagesziel lag ein gutes Stück weiter nördlich: Vernal, wo wir für die nächsten drei Nächte unser Quartier bezogen.