Überfüllter Nationalpark und ein verborgenes Pueblo-Museum auf dem Weg nach LA
Am nächsten Morgen brachen wir früh in Lake Havasu City auf, um das letzte große Teilstück unseres Roadtrips in Angriff zu nehmen. Das finale Ziel hieß Los Angeles. Da die Route uns unweigerlich
an einem alten Bekannten vorbeiführte, planten wir einen kurzen Zwischenstopp im Joshua Tree
National Park ein. Einfach nur achtlos an den bizarren Yucca-Bäumen vorbeizufahren, brachten wir nicht übers Herz. Vor Ort holte uns jedoch das altbekannte Oktober-Schicksal dieser Reise
ein: Der Park war am Wochenende hoffnungslos überfüllt. Da wir den Park von früheren Besuchen bestens kannten, fackelten wir nicht lange, drehten zügig um und flüchteten vor den
Touristenmassen. Wir hatten es schon vermutet, dass es voll sein würde, aber einfach so am Park vorbeifahren brachten wir auch nicht übers Herz. Ausserdem wollte mein Senior Pass noch mal
gebraucht werden.
Der geheime Pueblo-Schatz in Desert Hot Springs
Stattdessen steuerten wir eine weitere, coole Google-Maps-Entdeckung an, die wir uns im Vorfeld auf der Karte markiert hatten: das Cabot's Pueblo Museum in Desert Hot Springs.
INFO
Dieses Museum ist ein absolut einzigartiges, architektonisches Kunstwerk mitten in der kalifornischen Wüste. Cabot Yerxa, ein exzentrischer Abenteurer, Künstler und Pionier, begann im Jahr
1941 ganz alleine mit dem Bau dieses riesigen Hauses im Stil der Hopi-Indianer. Über 24 Jahre lang sammelte er alte Baumaterialien, Treibholz aus der Wüste, ausrangierte Eisenbahnschwellen
und alte Telefonmasten, um ein vierstöckiges Pueblo mit 35 Zimmern, 150 Fenstern und 65 Türen zu errichten – komplett ohne Bauplan und ganz im Alleingang! Heute ist das skurrile, verwinkelte
Gebäude ein faszinierendes Museum, das Cabots bewegtes Leben, seine Kunst und seine tiefe Verbundenheit mit der Kultur der Ureinwohner zeigt
Der Besuch war ein absoluter Volltreffer und genau der richtige, inspirierende Kontrast zum überlaufenen Nationalpark.
Der finale Stau-Krimi zurück nach Los Angeles
Nachdem wir das faszinierende Pueblo ausgiebig bewundert hatten, begann das ungemütliche Finale des Roadtrips: die Fahrt nach Los Angeles. Der kalifornische Verkehr zeigte sich von seiner
schlimmsten Seite. Mit jeder Meile, die wir uns LA näherten, wurden die Autobahnen voller. Es folgten endlose, nervenaufreibende Staus auf den Freeways.
Willy hielt das Lenkrad fest im Griff, während ich auf dem Beifahrersitz permanent das Navi im Auge behielt, um über Ausweichrouten und Schleichwege den grössten Stau zu ersparen. Am späten
Nachmittag hatten wir es endlich geschafft: Wir rollten müde, aber erleichtert auf den Parkplatz unseres Flughafenhotels in LA. Der Kreis unseres Roadtrips hatte sich geschlossen.
Motel:
Best Western Plus Suites LAX, ohne Frühstück. Vorteil - nah am Flughafen. Ansonsten nichts besonderes, auch wenn der Name mehr vermuten lässt. Parkplatz war inklusive.