Cocktails im Verbotenen und frische Pumaspuren

 

Unser erster Stopp war der Glen Canyon Dam Overlook. Von hier aus blickt man spektakulär in die tiefe Schlucht hinab, wo sich der Colorado River direkt unterhalb der gewaltigen Staumauer durch den roten Sandstein windet. Danach fuhren wir weiter zum Wahweap Viewpoint, der einen grandiosen Rundumblick über den tiefblauen See und die weißen Felsen bietet.

 

Der illegale Cocktail am Picknickplatz

Hier erlaubten wir uns etwas, was eigentlich nicht erlaubt ist: Wir hatten uns im Vorfeld zwei leckere Prickly Pear Cocktails (gemixt mit dem Sirup der Kaktusfrucht) besorgt. Meine Freundein Gaby von gabymarie.com schwärmte immer sehr davon und wir wollten das unbedingt auch mal probieren. Da der Genuss von Alkohol in der Öffentlichkeit auf staatlichem US-Boden – und besonders in ausgewiesenen National Recreation Areas – strengstens verboten ist, suchten wir uns eine etwas abgelegene Picknick-Area bei der Wahwap Marina. Heimlich, still und leise und mit tierischer Begleitung stießen wir dort an und genossen das süße Kaktusgetränk mit Blick auf die Lake Powell-Kulisse. 

Suche an der Wildcat Tank Road

Frisch gestärkt machten wir uns auf die Suche an der Wildcat Tank Road. Ich hatte Fotos von einem unglaublich fotogenen, einsamen Baum gesehen, der direkt am Eingang einer kleinen Höhle wachsen soll – das perfekte Motiv. Also Auto abstellen und los.

 

Aber das Glück war nicht auf unserer Seite. Wir liefen und suchten, konnten den Baum aber einfach nicht finden. Einen Baum in einer Höhle sahen wir zwar – aber der sah auf meinem Screenshot ganz anders aus. Oder war er es doch? Wir waren uns nicht sicher.

 

Und dann wurde mir die Sache plötzlich ziemlich unheimlich. Im feuchten Sand direkt vor uns: frische Pumaspuren. Mountain Lion. Dass die Raubkatze hier vor nicht allzu langer Zeit langgelaufen war, fand ich ehrlich gesagt nicht so prickelnd. 😅

 

Als dann auch noch dicke Regentropfen vom Himmel fielen, haben wir die Suche schweren Herzens abgebrochen und sind zurück zum Auto geflüchtet. Kaum saßen wir drin, öffnete der Himmel seine Schleusen – und es goss stundenlang bis tief in die Nacht wie aus Eimern. Die Entscheidung, abzubrechen, war goldrichtig.

 

Page war damit für uns gelaufen. Wir konnten einfach nichts mehr unternehmen – sehr, sehr schade, denn wir hatten uns so auf die Gegend gefreut.

 

 

Da wir eh nichts grosses unternehmen konnten, beschlossen wir, uns ausgiebig im Walmart und im Safeway umzusehen. Dafür ist ja sonst eigentlich keine Zeit, da man immer irgendwo draussen in der Natur unterwegs ist. Bei Regen ist es perfekt. So konnten wir schon alle unsere Einkäufe für zu Hause erledigen, wie z.B.  Vanille-Extrakt, ein paar Cremes, die man in Deutschland nicht bekommt etc. Ausserdem macht es uns viel Spass, sich in amerikanischen Riesensupermärkten ohne Zeitdruck umzusehen. Wenn man wandern war, muss es immer schnell gehen und hat Abends keine grosse Lust mehr.