Von Overton nach Lake Havasu City

Unbekannte Juwelen auf dem Weg nach Boulder – Schafe, Dünen und Plastiktiere

 

An diesem Morgen luden wir das Gepäck wieder in den Jeep und machten uns auf den Weg Richtung Boulder City. Obwohl die Strecke nicht allzu lang war, hatten wir uns das Tagesprogramm vollgepackt mit einer Empfehlung und zwei Zufallsfunden. 

 

 

Was einem am Wegesrand alles so begengnet:

Redstone Dunes

Die versteinerten Redstone Dunes
Unser allererster Halt führte uns mitten in die spektakuläre Wüstenlandschaft entlang der Northshore Road im Lake Powell/Lake Mead-Gebiet: zu den Redstone Dunes. Am Parkplatz kamen zeitgleich mit uns ein Sportwagem-Club an, die hier ebenso Halt machten. Nach einem kurzen Schwätzchen mit einem der Fahrer liefen wir den Trail
INFO
Die Redstone Dunes sind ein absolut faszinierendes Naturwunder. Was heute wie eine bizarre Ansammlung von knallroten, wild geformten Sandsteinfelsen aussieht, war vor rund 140 Millionen Jahren – im Zeitalter der Dinosaurier – eine riesige, sanft geschwungene Wüstenlandschaft. Über die Jahrmillionen haben sich die gewaltigen Sanddünen durch enormen Druck und Mineralien versteinert. Wind und Regen haben das weiche Gestein anschließend erodiert, sodass heute tiefe Löcher, feine Wabenmuster und kleine Höhlen im roten Fels entstanden sind.

 

Diesen wunderbaren Wanderweg hatten wir übrigens wieder als Tipp von meinem Bekannten Martin Piskernig bekommen. Er hat neben dem bereits erwähnten Utah-Buch auch noch fantastische E-Books zu den Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Colorado und New Mexico verfasst – seine Expertise hat uns auf diesem Roadtrip wirklich mehr als einmal zu  schönen Plätzen abseits des Mainstreams geführt!

Der Nature Discovery Trail in Boulder City

Weiter ging die Fahrt nach Boulder City, wo wir unseren ersten Google-Maps-Zufallsfund ansteuerten: den Nature Discovery Trail (im Bootleg Canyon).
INFO
Dieser charmante, kurze Lehrpfad führt durch die typische Flora und Fauna der Mojave-Wüste. Entlang des Weges sind liebevoll gestaltete Infotafeln aufgestellt, die die heimische Tierwelt und die extremen Überlebensstrategien der Wüstenpflanzen erklären. Für uns war es ein wunderbar entspannter Spaziergang in der warmen Oktobersonne. Nichts, was jetzt unbedingt auf die bucket list gehört - aber wenn man schon mal da ist, Zeit und Lust hat - warum nicht. Schon die Anfahrt mit Blick auf den Lake Mead war wunderschön.

Dickhornschafe im Hemenway Park

Ein weiterer toller Halt und unser zweiter  Zufallsfund von der Landkarte wartete direkt im Anschluss, ebenfalls in Boulder City: der Hemenway Park. Eine im Park  Hochzeit durften wir mit entsprechendem Abstand auch noch miterleben
INFO
Der Hemenway Park ist im Grunde ein ganz normaler, gepflegter Stadtpark mit grünen Rasenflächen, Spielplätzen und einem fantastischen Blick auf den Lake Mead. Doch er ist weltberühmt für seine tierischen Stammgäste: Eine riesige Herde von wilden Wüsten-Dickhornschafen (Desert Bighorn Sheep), den offiziellen Wappentieren Nevadas. Die Tiere kommen fast täglich völlig freiwillig aus den kahlen Bergen herunter, um auf dem saftig grünen Gras des Parks zu grasen oder im Schatten der Bäume zu dösen. Sie sind an Menschen gewöhnt und lassen sich aus respektvoller Entfernung fantastisch beobachten und fotografieren.
Wir hatten riesiges Glück und konnten die majestätischen Tiere mit ihren mächtigen, geschwungenen Hörnern ganz nah und in aller Ruhe erleben. Beide Google-Maps-Entdeckungen herauszusuchen, war im Nachhinein eine goldrichtige Entscheidung und hat uns zwei richtig coole Erlebnisse beschert!

 

Nach diesem rundum gelungenen Tag mit Wüstengeschichte, Pflanzenkunde und wilden Schafen fuhren wir weiter über den Hoover Dam zu unserem heutigen Übernachtungsort Lake Havasu City. 

 

Motel:

Days Inn by Wyndham Lake Havasu City, inkl. Frühstück. Hotel war ok, mehr nicht. Für eine Nacht ausreichend.