Las Vegas

Hitze-Streik, Formel 1 und die glühende Kugel von Las Vegas

Der nächste Morgen brachte uns wieder an einen Entscheidungspunkt. Theoretisch hätten wir noch einmal zu den Buffington Pockets aufbrechen können, um die restlichen Gebiete zu erkunden. Da die Wettervorhersage jedoch erneut extreme Hitze ankündigte und wir vom gestrigen Hitzetag ziemlich platt waren, entschieden wir uns dagegen.
Stattdessen beschlossen wir, einen Tagesausflug ins nahegelegene Las Vegas zu machen. Die Stadt an sich wollten wir gar nicht besichtigen – die kennen wir von diversen früheren Besuchen schon in- und auswendig. Unser eigentliches Ziel war ein neuer architektonischer Gigant: die gigantische Event-Kugel „The Sphere“. Auf eine der Shows hatten wir keine Lust, aber wir  wollten  das Spektakel zumindest von außen auf uns wirken lassen.

 

Die Stadt befand sich im absoluten Ausnahmezustand. Überall wurden bereits die gewaltigen Tribünen und Absperrungen für das bevorstehende Formel-1-Rennen im November aufgebaut. Am traurigsten war der Anblick vor dem Bellagio: Die legendären Wasserspiele waren komplett eingestellt, weil auch dort riesige Tribünen die Sicht versperrten und direkt am See gebaut wurde. Das glitzernde Vegas zeigte sich im Oktober 24 leider von seiner extrem ungemütlichen Seite.

 

Sightseeing bei Bass und Schuh-Schnäppchen

Um dem Chaos am Strip erstmal zu entkommen, steuerten wir zwei Highlights an.

 

Erster Stopp: der Bass Pro Shop. Der stand schon ewig auf unserer Liste – und hat alle Erwartungen erfüllt. Die schiere Größe, die künstlichen Wasserfälle, die urige Blockhütten-Atmosphäre – das ist wirklich ein Erlebnis für sich, auch wenn man kein leidenschaftlicher Angler ist. 😄

 

Zweiter Stopp: die Las Vegas North Premium Outlets. Hier stand ganz gezielt Shopping auf dem Programm – genauer gesagt der Store der Schweizer Kultmarke ON. Und da haben wir so richtig zugeschlagen. Drei neue Paar Sneaker, darunter ein Paar Wanderschuhe für mich. ON-Schuhe sind in den USA deutlich günstiger als bei uns zuhause, da wäre es fast fahrlässig gewesen, nicht zuzugreifen. 😄

 

Die Wanderschuhe wollte ich eigentlich gar nicht kaufen – Willy musste mich wirklich sehr überreden. Die Farbe, ein kräftiges Orange, hat mir zunächst überhaupt nicht gefallen. Aber ich muss zugeben: Er hatte recht. Nachdem ich sie jetzt ein paar Mal getestet habe, bin ich superglücklich damit. ON-Schuhe sind für uns sowieso die bequemsten Schuhe, die man sich vorstellen kann – und jetzt habe ich dieses tolle Laufgefühl endlich auch in meinen Wanderschuhen.

 

Danach haben wir uns noch beim Chinesen im Food Court gestärkt – für jeden ein vegetarisches asiatisches Gericht. Gut und günstig, was will man mehr. 😊

Ein halber Blick auf die Sphere

Bevor die Dämmerung  einsetzte, war es  Zeit für die Hauptattraktion. Wir parkten unser Auto auf dem Parkplatz des nahegelegenen Tuscany Suites Hotel. Von hier war es ein ca. 15-minütiger Fussmarsch zum Parkplatz des Sphere, von dem aus man die riesige, rundum mit LEDs beleuchtete Sphere ins Visier nehmen konnte.
Die Sicht war  dann doch schlechter als erhofft.  Wir konnten am Ende nur die Hälfte der gigantischen Kugel sehen – aber die leuchtenden, surrealen Animationen in der Wüstennacht zu beobachten, reichte völlig aus, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

 

 

Wir konnten es dann aber doch nicht lassen und liefen doch noch zum Strip.  Als  aber für eine einfache Flasche Wasser 10 Dollar verlangt wurden, haben wir fluchtartig den Rückzug angetreten. Las Vegas ist nicht mehr das, was es einmal war. Ich befürchte, die Geldgier wird der Stadt nicht mehr lange gut tun. 
Nach diesem kontrastreichen Tag im lauten, heißen und verbauten Vegas ließen wir den Trubel hinter uns und flüchteten dankbar zurück in die Ruhe unseres Motels nach Overton.