Goldbutte National Monument

Pisten-Horror und surreale Steinkunst – Das wilde Nevada

Unser erster kompletter Tag von Mesquite aus führte uns tief ins wilde Hinterland Nevadas – zum abgelegenen Gold Butte National Monument.

 

Aber der Weg dorthin war vor allem eines: eine Nervenprobe.

Die Gold Butte Road war in einem absolut miserablen Zustand. Schlaglöcher, tiefes Waschbrettprofil, jede Menge Steine – Schneckentempo war angesagt, und das auf einer gefühlten Ewigkeit von Piste.

 

Wir sind die Strecke schon vor Jahren gefahren, damals war es zwar auch eine Waschbrettpiste, aber immerhin noch Teer mit kleineren Schlaglöchern. Die hervorstehenden Steine waren neu – und einfach nur total nervig. 😅

Die erste Belohnung für die Rüttelei wartete bei bestem Wetter an den Whitney Pockets. Die leuchtend roten Sandsteinfelsen, die wie Inseln aus dem Wüstenboden ragen, luden zu einem kurzen Fotostopp ein.

Das Geheimnis der sieben Schlüssellöcher

Danach ging die Fahrt weiter zu einem für uns völlig neuen, extrem spannenden Ziel: dem Seven Keyholes Slot Canyon.
INFO
Der Seven Keyholes Slot Canyon ist ein echter Geheimtipp mitten in der Wüste Nevadas. Über Jahrtausende haben Wind und seltene, aber heftige Regenfälle schmale Spalten in den hellen Sandstein gefressen. Das Besondere an diesem Canyon ist seine skurrile Form: Die Wände sind unten schmal, wölben sich weiter oben bauchig aus und verengen sich ganz oben wieder. Im Querschnitt sieht der Canyon deshalb aus wie ein umgedrehtes, altmodisches Schlüsselloch (Keyhole). Wenn man durch die engen, schattigen Passagen wandert, verändert sich das Licht im Minutentakt. Als zusätzliches Highlight entdeckten wir an den Wänden auch noch ein paar uralte, faszinierende Petroglyphen (Felszeichnungen) der amerikanischen Ureinwohner.

 

Der Weg vom Parking Lot zu den Seven Keyholes ist ca. 700 m lang und führt einen kurzen, etwas steileren Hang vom Parkplatz hinunter.  Der Weg bis zum Parkplatz  ist eine Schotterpiste, mit normalen Strassenreifen muss man da schon ganz gut aufpassen, dass man keinen Platten riskiert  - also bitte lieber etwas langsamer fahren. 

 

Der eigentlich Canyon ist nicht besonders gross, ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde haben wir dort drinnen verbracht.

Ein Spielplatz für Kobolde und Teufelsfeuer

Vollgepackt mit tollen Eindrücken setzten wir die Pistenfahrt fort. Das nächste Ziel war ein Ort, der unter Kennern fast schon legendären Status genießt: Little Finland. Dieses Areal ist so einzigartig, dass es gleich drei absolut treffende Namen trägt: Little Finland, Hobgoblins Playground (Spielplatz der Kobolde) oder Devils Fire (Teufelsfeuer).

 

INFO
Auf einer Fläche von nur wenigen Hektar erstreckt sich hier eine weltweit einzigartige Kappe aus rotem Aztec-Sandstone. Das weiche Gestein wurde über Jahrmillionen von den unbarmherzigen Wüstenwinden erodiert. Zurückgeblieben sind hauchdünne, messerscharfe Gesteinsplatten – sogenannte Fins (Flossen) –, die wie filigrane Ohren, Flügel oder Krallen in alle Himmelsrichtungen ragen. Der Name Little Finland hat also nichts mit dem Land zu tun, sondern ist ein Wortspiel mit diesen feinen Steinflossen. Wenn man durch dieses Labyrinth wandert, versteht man sofort, warum es auch Hobgoblins Playground heißt: Die Felsen sehen aus wie versteinerte Kobolde und Fabelwesen. Im intensiven Spätnachmittagslicht glühen die roten Felsen zudem so intensiv, als stünde die Wüste in Flammen – das pure Devils Fire!

 

Ein paar Impressionen der Strecke, nachdem wir vom Seven Keyholes Canyon wieder auf dem regulären Weg Richtung Little Finland waren. Die berühmt-berüchtigte Stufe im Wash war kein Problem, man konnte sie prima links umfahren:

 

Wir parken oben auf dem kleinen Hügel links vom Plateau. Auch hier waren wir wohl nicht alleine, wir sahen in diesem Urlaub bereits zum dritten Mal  Puma-Spuren. Das hatten wir in der Häufigkeit auch noch nicht. Vermutlich ist es uns in dem Jahr nur aufgefallen, weil der Sand nicht völlig trocken war. 

 

Hier kann man gut den Zustand der Gold Butte Road sehen:

Völlig staubig, aber glücklich machten wir uns auf den Rückweg in unser  Casino-Hotel nach Mesquite.Trotz der nervigen Anfahrt über die rauen Pisten zogen wir am Abend ein klares Fazit: Diese bizarren Meisterwerke der Natur waren jede einzelne Sekunde des Durchschüttelns wert.

 

Eigentlich gibt es in Mesquite ein tolles mexikanisches Restaurant  (Lupitas), abseits der üblichen Ketten. Wir waren aber so geschafft, dass wir uns nicht mehr aufraffen konnten und nochmal ins Buffet-Restaurant des Casinos gingen.