Der Sprung über den Großen Teich – Von Frankfurt in die Stadt der Engel
Jedes große Abenteuer beginnt mit dem ersten Schritt – oder in unserem Fall mit dem Boarding-Pass in Frankfurt. Bevor wir überhaupt kalifornischen Boden unter den Füßen hatten, gab es schon den
ersten Grund zur Freude: Unser ganz kurzentschlossen ergattertes Premium-Economy-Schnäppchen von British Airways entpuppte sich als absoluter Glücksgriff. Mit spürbar mehr Beinfreiheit, einem
entspannten Zwischenstopp in London-Heathrow und jeder Menge Vorfreude im Gepäck verging der lange Flug über den Atlantik sprichwörtlich wie im Flug. Während draußen die Wolken an uns
vorbeizogen, stieg drinnen das Roadtrip-Adrenalin. Als die Räder schließlich auf dem Asphalt des LAX aufsetzten, hieß es: Vorhang auf für unseren USA-Abschiedstrip!
Los Angeles – Von Koffer-Krimis, magischen Sonnenaufgängen und der Erleichterung am Abreisetag
Der Reifen des British-Airways-Fliegers setzte auf dem Asphalt des LAX auf, und da war es sofort wieder: dieses unbeschreibliche USA-Gefühl. Die Einreise war dank MCP tiefenentspannt –
zumindest bis zum Gepäckband. Mein Koffer hatte es nämlich leider nicht mit uns nach Kalifornien geschafft. Ein kleiner Schock, aber wir ließen uns die Laune nicht verderben und beschlossen, das
Beste daraus zu machen.
Los Angeles Airport LAX
Endlich wieder im "gelobten Land"
Koffer Tag
Diesen Kleber immer gut aufbewahren, man weiss ja nie...
Das Auto-Wunder von LAX: Wie aus einem Wrangler mein Traum-Rubicon wurde
Nachdem der Koffer-Krimi fürs Erste geregelt war, machten wir uns auf den Weg zur Alamo-Mietwagenstation am LAX. Doch dort wartete direkt die nächste Überraschung auf uns, denn das System hatte
sich grundlegend geändert: Anders als früher durfte man sich sein Auto in der Choiceline nicht mehr einfach selbst aussuchen. Eine Gruppe junger Alamo-Mitarbeiterinnen stand an einer Art
Kontrollhäuschen und ließ niemanden mehr einfach so durchgehen.
Wir hatten für diesen Trip explizit einen Jeep Wrangler gebucht – eine seltene Ausnahme, da man normalerweise ja immer nur eine Fahrzeugklasse reserviert. Doch am Häuschen stand nun
erst einmal das Standardmodell für uns bereit, ein Jeep Wrangler Sahara mit normaler Strassenbereifung. Mein Blick schweifte über das Gelände, und ich entdeckte eine Mitarbeiterin, die hier
anscheinend ein wenig das Sagen hatte. Das war meine Chance!
Ich bat sie um einen Jeep Rubicon – das absolute
Top-Modell, das ich mir schon so unendlich lange gewünscht hatte. Ich packte meine besten Argumente auf den Tisch und erklärte ihr mit einem Lächeln, dass ich auf dieser Reise 66 Jahre alt
werde, mir dieses Auto sehnlichst zum Geburtstag wünsche und es zudem unsere große USA-Abschiedstour sei.
Erst blockte sie ab und meinte, es sei aktuell absolut kein Rubicon auf dem Hof. Doch ein erfahrener Roadtripper lässt sich so schnell nicht abspeisen. Ich konterte schlagfertig: „Ach komm, ihr habt doch immer welche
da! Ich warte auch gerne so lange, bis einer frisch aus der Waschanlage kommt.“ Das saß. Sie schmunzelte und stieg auf das Spiel ein. Während ihre Kolleginnen immer wieder
normale Wrangler anbrachten, rief sie jedes Mal lautstark über den Platz: „Nein, den wollen die beiden nicht,
die wollen einen Rubicon!“ Währenddessen hielt ich die ganze Zeit unauffällig, aber für die Mädels ein klitzekleines bisschen sichtbar, einen zusammengefalteten 20-Dollar-Schein in der
Hand.
Nach einer guten halben Stunde des Wartens war es dann so weit: Ein dunkelgrüner, wunderschöner und vom Waschwasser noch nasser Rubicon bog um die Ecke. Ich war augenblicklich im
siebten Jeep-Himmel!Wir bedankten uns überschwänglich und drückten der taffen Zuweiserin als dickes Dankeschön diskret den vorbereiteten 20-Dollar-Schein in die Hand. Mit diesem
Traumwagen konnte das Abenteuer nun endlich richtig losgehen!
Motel:
Sakura Inn, ohne Frühstück. Sauber und absolut ausreichend für 2 Nächte. Parkplätze im verschlossenen Innenhof.