Von Page nach Mesquite

Das perfekte Timing am Insta-Hotspot – Einsamkeit vor dem großen Ansturm

Bevor wir Page endgültig den Rücken kehrten, stand noch ein kleiner Pflichttermin auf dem Plan – ein fotogener Spot, den wir unbedingt mitnehmen wollten: eine faszinierende kleine Höhle direkt hinter der Shell-Tankstelle am Ortseingang von Page am Highway 98.

 

Weil solche leicht zugänglichen Spots tagsüber von Touristen und Influencern regelrecht belagert werden, haben wir den Wecker gestellt. Noch vor dem Frühstück raus – das Wetter spielte gottseidank mit und es regnete ausnahmsweise nicht.

 

Das frühe Aufstehen hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Wir hatten die Höhle eine gute halbe Stunde komplett für uns alleine – keine Menschenseele, keine weißen Kleidchen, keine weißen Schühchen. Einfach nur wir, die Stimmung und die Kamera. 😄 Ein Tipp meines Facebook-Freundes Martin – ihr wisst schon, der mit den tollen E-Books – hat uns das ermöglicht. Als wir gerade gehen wollten, bogen die ersten Autos auf den Parkplatz ein. Wir konnten uns nur grinsend anschauen: wieder einmal alles richtig gemacht!

 

Danach zurück ins Hotel, ausgiebig gefrühstückt, Koffer gepackt – und weiter durch den Zion-Nationalpark nach Mesquite.

 

Ein paar Infos zur Höhle:

Die Höhle heißt offiziell Biidi the Arch – „Biidi" ist das Navajo-Wort für „Bogen". Der Name wurde von den lokalen Eigentümern vergeben, auf deren Privatgrundstück sich die Sandsteinhöhle befindet.

 

Page ist komplett von der Navajo Nation Reservation umgegeben, viele Grundstücke gehören indigenen Familien oder dem Stamm – daher der traditionelle Navajo-Begriff.

 

Nachdem die Höhle auf TikTok und Instagram als „Shell Gas Station Cave" viral ging, kam es leider vermehrt zu Vandalismus und Graffiti an den empfindlichen Sandsteinwänden. Die Eigentümer haben den Namen daraufhin offiziell auf Google Maps eintragen lassen und klare Verhaltensregeln aufgestellt. Das Betreten ist derzeit als Geste der Eigentümer erlaubt – solange Besucher keinen Müll hinterlassen und die Natur  respektieren.

 

Es ist wirklich traurig, wie so ein wunderschöner, frei zugänglicher Ort durch Rücksichtslosigkeit zerstört wird. Der Sandstein ist extrem weich und empfindlich – Kratzer und Schmierereien bleiben dort für immer. Genau deshalb greifen die Eigentümer und die Navajo Nation in der Region immer strenger durch. Viele ehemals frei zugängliche Naturschönheiten dürfen heute nur noch mit lizenzierten Navajo-Guides betreten werden. Schade – aber absolut verständlich.

 

Durch den Zion nach Mesquite – Trotz Wolken ein Erlebnis und das ultimative Schnäppchen-Casino

Die Route führte uns mitten durch den Zion-Nationalpark – und schon vor dem Parkeingang gab es die erste Überraschung: eine Herde Bisons, die hier ansässig sind, begrüßte uns am Straßenrand.

 

Die Fahrt auf der Zion-Mount Carmel Scenic Route ist jedes Mal wieder ein Rausch für die Augen. Tiefrote Asphaltstraßen, gigantische geschichtete Sandsteinfelsen links und rechts – das hat einfach was. An diesem Tag verließ uns das Fotolicht-Glück leider schon wieder, der Himmel hüllte die Gipfel eher in gedämpfte Grautöne.

 

Aber auch das hat der Fahrt keinen Abbruch getan – wir haben jeden Kilometer der kurvenreichen Strecke genossen, hielten ab und zu für Fotos an – unter anderem für den Zion Bonsai – und verließen den Park schließlich auf der anderen Seite Richtung Nevada.

 

Unser Ziel für die nächsten zwei Tage: Mesquite. Für uns der perfekte Ausgangspunkt, um die umliegenden Highlights in aller Ruhe zu erkunden.

Der Preis-Leistungs-Kracher: Das Virgin River Casino

In Mesquite steuerten wir das Virgin River Hotel & Casino an – und das entpuppte sich als das absolute Schnäppchen der gesamten Reise.

 

39 Dollar pro Nacht – ohne Frühstück zwar, aber für diesen Preis kann man in den USA heutzutage wirklich gar nichts sagen. Das Zimmer war einfach, aber sauber, und mehr braucht man als Roadtripper eigentlich nicht.

 

Beim Abendessen trauten wir unseren Augen kaum: Das riesige Buffet im Casino für gerade mal 15,99 Dollar. Und eine ganze Flasche Wein kostete genauso viel wie im normalen Supermarkt – die haben wir uns als Nachholgetränk zum Geburtstag redlich verdient. 😄

 

Zur Ehrenrettung: Die Unterkunft war kurzfristig gebucht, die Auswahl entsprechend überschaubar, und alle anderen verfügbaren Hotels hätten ein Vielfaches gekostet. Für das, was es ist, macht man hier absolut nichts falsch.